Adultismus
Machtverhältnisse zwischen Erwachsenen und Kindern reflektieren – und professionelle Haltung stärken.
Adultismus, die Unterdrückung und Diskriminierung von jüngeren Menschen durch Erwachsene zeigen sich auf verschiedenen Ebenen. „Sei doch nicht so kindisch“, „Ist doch nicht so schlimm“, „Jetzt stell dich doch nicht so an“. Diese und andere adultistische Sätze hören Kinder täglich von Erwachsenen. Welche Wirkung haben diese auf Kinder? Und in welchen Situationen sprechen Erwachsene diese aus? Die Be- und Abwertung kindlicher Sichtweisen wirkt sich ressourcenschädigend auf das Selbstbild von Kindern aus. Sich mit Machtverhältnissen zwischen Kindern und Erwachsenen zu beschäftigen bedeutet, sich gemeinsam in einen Lernprozess zu begeben, in dem die eigene machtvolle Handlung als erwachsene Person in Frage gestellt wird. Gleichzeitig birgt dies die Chance auf Weiterentwicklung der eigenen Professionalität, als auch dem Schutz des Kindeswohles.
Pädagogische Fachkräfte haben die Aufgabe, ihre Macht als Erwachsene gegenüber Kindern zu deren Wohl einzusetzen und Machtmissbrauch zu vermeiden. Adultismus ist die erste Unterdrückungserfahrung im Leben von Menschen, der Weg hinaus führt über Selbstreflexion und Wissenserweiterung der Erwachsenen.
In einem geschützten Raum können wir uns gemeinsam auf den Weg machen, unsere eigene Kindheit und unser Dasein als pädagogische Fachkräfte zu reflektieren und weiterzuentwickeln.
Durch die Teilnahme
Schärfen Sie Ihre Wahrnehmung für Machtverhältnisse
Erkennen Sie Diskriminierungen im Verhältnis von Erwachsenen und Kindern und können dieser entgegenwirken
Reflektieren Sie Ihre professionelle pädagogische Haltung
Lernen Sie wertschätzende und gewaltfreie Kommunikation kennen
Lernen Sie Alternativen für das pädagogische Handeln als Erwachsene/r kennen und erweitern so auch den Handlungsspielraum von Kindern
Reflektieren Sie eigene Kindheitserfahrungen
Erkennen Sie (auch non-verbale) Beschwerden von Kindern und können Bedürfnisse und Partizipationsmöglichkeiten ableiten
Tragen Sie zur Gewaltprävention bei
Stärken Sie Resilienz und Gesundheit durch Erkennen der Zusammenhänge zwischen Nervensystem und Kommunikation
Inhalte & Kompetenzen
Theoretische Grundlagen / Bildungsplan
Bildungsplan: Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung – starke Kinder, Selbst- und Fremdreflexion des pädagogischen Handelns, Demokratie und Politik, Moderierung von Bildungs- und Erziehungsprozessen
BEP-Lupen: Partizipation und Beschwerde, Kinderrechte und Partizipation, Positives Selbstkonzept, Alltagskompetenzen, Ko-Konstruktion, Soziale und Emotionale Kompetenzen, Reflexion der vorurteilsbewussten Haltung
Kindzentrierung, Bedürfnisorientierung
Reckahner Reflexionen
Erkenntnisse aus Affekt-, Gehirn- und Traumaforschung
Kursdetails
- Dauer
- 2–3 Tage
- Format
- Nach Vereinbarung
- Zielgruppen
- Krippe Kita Pädagogische Schulbetreuung Familienzentrum